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Zwei Tage pro Woche geöffnet

SCHWEMMELSBACH· Als einen „Glücksgriff und einen enormen Gewinn für die Großgemeinde Wasserlosen“ hat Bürgermeister Anton Gößmann am Montag in Schwemmelsbach die Eröffnung der allgemeinärztlichen Zweigpraxis von Gerhard Müller bezeichnet.

Damit sei endlich - wenn auch nur für zwei Tage pro Woche - die Vakanz einer Arztpraxis beendet. Vor etwa 14 Jahren hatte nämlich die Arztpraxis in Wülfershausen ihre Türen geschlossen.

Seit Montag dieser Woche bietet der Obbacher Allgemeinarzt zunächst an zwei Tagen pro Woche Sprechstunden an: montags von 8 bis 13 Uhr und donnerstags von 8 bis 13 Uhr sowie 17 bis 19 Uhr.

Die Neueröffnung ist dem Engagement Müllers zu verdanken. Der 64-Jährige hatte sich um einen möglichen Nachfolger für seine Obbacher Arztpraxis und die Zweigstelle in Euerbach, zusammen mit Diplom-Medizinerin Uta Geiling, bemüht. Er fand den jetzigen Assistenzarzt Ivan Zmiric aus Serbien, der unter seiner Aufsicht bereits seit 14 Monaten erfolgreich tätig ist und noch bis Januar des kommenden Jahres bei ihm praktizieren wird. Zmiric beabsichtigt dann (nach einer dreijährigen Aus- und Weiterbildung in Kliniken), die Praxis zu übernehmen.

Ab Oktober dieses Jahres wird er sich die Assistenzstelle mit Hindi Mohammed teilen. Mohammed stammt aus Aleppo in Syrien und möchte auf eigene Kosten den Arztberuf erlernen.

Mit Hilfe dieser Assistenzärzte sowie von sechs Vollzeit- und vier Teilzeitkräften schaffte sich Gerhard Müller Freiräume für die Praxis in Schwemmelsbach. Dort findet er ideale Räumlichkeiten in der von der Gemeinde fast fertig renovierten alten Schule vor, wo er nun die ärztliche Grundversorgung sicher stellen kann. Durch Vernetzung im Internet können speziellere Untersuchungsergebnisse den Patienten vor Ort erläutert und somit Fahrten nach Obbach vermieden werden.

Bürgermeister Gößmann dankte Gerhard Müller für seinen Einsatz, wünschte ihm viel Erfolg und zahlreiche Patienten, damit die Praxis, besonders auch im Interesse der Gemeindebürger, möglichst lange Bestand haben möge.

Für Anmeldungen ist die Arztpraxis zu erreichen unter
Tel. (0 97 28) 9 07 28 30 oder Tel. (0 97 26) 12 68.

© Elmar Heil
© Foto: Elmar Heil
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 
 

 
 
Der neue Doktor kommt aus Belgrad

OBBACH · Aufs Land wollen die jungen Ärzte nicht mehr. Die künftige ärztliche Versorgung sieht daher nicht rosig aus, auch nicht im Landkreis Schweinfurt. Der Obbacher Allgemeinarzt Gerhard Müller sucht seit Jahren einen Assistenzarzt, der seine Praxis später fortführen könnte. Antwort erhielt er aus Serbien, genauer aus der Hauptstadt Belgrad: Seit April arbeitet Dr. Ivan Zmiric nun bei ihm, mit Begeisterung.

Seine erste Leichenschau in Deutschland hat der 32-jährige serbische Doktor nun auch hinter sich. „Die ganzen Formulare musste ich ihm erst erklären“, sagt Landarzt Gerhard Müller, als er mit seinem jungen Angestellten in die Praxisräume seiner Euerbacher Filiale kommt.

Fachlich gesehen sind solche Hausbesuche kein Problem für den Arzt aus Belgrad. Schließlich hat er nach sechs Jahren Medizinstudium, halbjährlichem Praktikum plus Prüfung bei der Ärztekammer schon seit Jahren in einem staatlichen Gesundheitszentrum in der Millionenstadt Belgrad gearbeitet. Als Allgemeinmediziner, der auch bettlägerige Patienten zuhause besucht, und in der Ambulanz.

Aber genau diese Arbeit befriedigte ihn nicht mehr: Seine Tätigkeit war eingeschränkt, erzählt er. In vielen Fällen sei eine sofortige Überweisung an einen Facharzt im Nebenzimmer des Zentrums die Gepflogenheit gewesen.

„Hier habe ich eine viel interessantere Aufgabe“, meint er. Von seinem „Vorbild“ Gerhard Müller könne er sehr viel lernen und als Landarzt einfach „viel mehr machen“.

Ivan Zmirics Deutsch ist nach achtmonatigem Lernen in Serbien recht gut. Damals entschied er sich gemeinsam mit seiner Frau Marijana zu dem großen Schritt, die Heimat zu verlassen. Zwar hatte auch seine Frau, die Englisch, Griechisch und Literatur studierte sowie einen Masterstudiengang in Marketing absolvierte, einen guten Job in Belgrad. Aber für ihre Zukunft sahen sie in Deutschland bessere Chancen, Ivan wollte sich weiterbilden, fachlich vorankommen.

Und vor allem für ihre 21-monatige Tochter Masa, die mit Atemproblemen kämpft, wollten sie „frische Luft“ auf dem Land. Und gewiss auch eine bessere Schulbildung als zuhause.

Bei der Internet-Suche nach einem Arbeitsplatz in Deutschland stieß Ivan Zmiric über die Jobbörse des Arbeitsamts auf das Angebot des knapp 63-jährigen Obbacher Landarztes.

„Es ist eine Praxis mit Geschichte“, erklärt der junge, ausgesprochene „Familienmensch“: „Der Vater war dort Arzt, der Bruder auch“. Eine familiäre Praxis also, die genau das Gegenteil seiner bisherigen Arbeit war. Denn auf eine gute Arbeitsatmosphäre legt Zmiric Wert. Und auf die räumliche Nähe zu den Patienten.

Gleich beim ersten Treffen der zwei Mediziner aus Serbien und Deutschland merkten beide: Die Chemie stimmt, wir können miteinander. Damit daraus eine langfristige Kooperation wird, und damit der serbische Doktor in Deutschland später auch eine Praxis führen darf, muss er allerdings eine Facharztprüfung vorweisen.

Das heißt nun, Gerhard Müller stellt den 32-Jährigen 18 Monate lang als sogenannten „Weiterbildungsassistenten Allgemeinmedizin“ an, dann muss er ein halbes Jahr in einer weiteren Praxis und danach noch drei Jahre in einem Krankenhaus arbeiten.

Mit dem Müller'schen Arbeitsvertrag in der Tasche begann für den Doktor aus Serbien – noch kein EU-Land – der Gang durch die deutsche Bürokratie: Arbeitserlaubnis, Wohnsitz nachweisen, Anmeldung, Krankenversicherung, Blaue-Karte beantragen.

„Ich bin Perfektionist“
Dr. Ivan Zmiric zu seiner Rolle als Arzt

Mittlerweile hat der 32-Jährige alles beisammen, auch Dank der Hilfe seines „Chefs“, der Gemeinde Euerbach und des Landratsamtes. „Das hat nur drei Tage gedauert, bei uns wären es drei Monate gewesen“, resümiert Ivan Zmiric. „Der öffentliche Druck auch auf die Politik ist mittlerweile groß, damit Ärzte aufs Land kommen“, meint dazu Gerhard Müller.

Die serbische Approbation wurde von der Regierung von Unterfranken anerkannt, die deutsche Berufszulassung läuft. Weil Arzt ein Mangelberuf in Deutschland ist, war auch die „Blue Card“ für den ausländischen Hochschulabsolventen kein Problem. Jetzt hat er einen Aufenthaltstitel für zunächst zwei Jahre.

Zu den Anfangsproblemen zählte auch ein Kleinkredit bei einer Bank zur Anschaffung von Möbeln; das war nur mit Hilfe seines Chefs möglich.

Der junge Mann ist glücklich über das gute Verhältnis zu Müller. „Wo gibt's denn das, dass der Chef dir hilft, Möbel zu schleppen?“, fragt er begeistert von der Hilfe nach einem Ikea-Besuch. Er lobt die Gastfreundschaft und die Offenheit in Deutschland, gerade gegenüber anderen Kulturen.

Im Obbacher Praxis-Alltag übernimmt Dr. Zmiric mittlerweile eigene Patienten, zunächst noch einfachere Fälle. „Wenn ich nicht hundertprozentig sicher bin, dann frage ich meinen Chef“, der ein Zimmer weiter die Patienten behandelt. „Ich bin Perfektionist“, fügt er an. Und dass er mit großer Lust noch viel lernen will. Auch mit dem fränkischen Dialekt muss er sich noch vertraut machen.

Für den Landarzt Gerhard Müller wäre der junge Serbe der potenzielle Nachfolger. „Ich wünsche es mir“, sagt der fast 63-Jährige. Und Ivan Zmiric meint dazu: „Ich träume davon.“

© Silvia Eidel
© Foto: Silvia Eidel
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

 
Was, wenn kein neuer Arzt kommt?

EUERBACH · Die gute Nachricht lautet: Die Gemeinde Euerbach und das Umland sind die nächsten fünf Jahre noch mit einem Allgemeinarzt versorgt. Die schlechte: Danach sieht's düster aus. Was der Obbacher Landarzt Gerhard Müller den 60 Zuhörern im Euerbacher katholischen Pfarrheim klar machte, war, dass das Gesundheitssystem hierzulande ziemlich krank ist.

Der praktische Arzt, selbst 61 Jahre alt, zeichnete den vornehmlich älteren Besuchern des Informationsnachmittags ein deutliches Bild: Die Hausärzte in der ganzen Region sind zu alt, in den nächsten Jahren scheidet ein Drittel von ihnen aus. Für ihre Praxen finden sich keine Nachfolger. Die Medizin auf dem Land ist nicht attraktiv genug.

Vor allem Frauen studieren Medizin, der Numerus clausus sei nicht das wirkliche Problem, so Müller. Die jungen Ärztinnen entscheiden sich nach dem Studium nicht für das unternehmerische Risiko einer Landarztpraxis, sie wollen geregelte Arbeitszeiten, Beruf und Familie vereinbaren. Falls eine Interessentin, auch in Teilzeit, dennoch gefunden würde, bliebe noch die Frage, wo der Ehemann arbeiten kann.

Junge Ärzte und Ärztinnen gehen lieber in die Pharmaindustrie, in die Verwaltung, die Juristerei, da sei das Geld leichter verdient. Das Ausland lockt zudem, England, Australien, Neuseeland sind derzeit „in“, in der Schweiz schrecken trotz guter Einkünfte die hohen Lebenshaltungskosten.

Soweit die allgemeine Situation. Im Speziellen erläuterte der Obbacher Allgemeinmediziner, dass er seit Jahresbeginn die Euerbacher Ärztin Uta Geiling angestellt hat. Diese hatte mit 65 Jahren eigentlich aufhören wollen und für ihre eigene Praxis einen Nachfolger gesucht. Der einzige Interessent war aber dann nach Schweinfurt, also in die Stadt, gegangen, so Gerhard Müller. Die Ärztin ließ sich überreden, als seine Angestellte weiter zu praktizieren, ohne sich um die aufwändige Organisation einer Praxis kümmern zu müssen. Das wird nun von Obbach aus erledigt, mit der neuen „Filiale“ Euerbach, in den bisherigen Geiling-Räumen.

Ebenfalls angestellt hat Müller seit Jahresbeginn einen medizinischen Assistenten, Reinhard Weberbauer, der mit der Ausbildung aber noch nicht fertig ist. Also decken nun zweieinhalb Mediziner mit dem neuen Praxisgebilde die Fläche rund um Obbach und Euerbach ab. Idealer wäre noch eine Filiale in Wasserlosen, so Müller. Aber dafür fehle die Masse. Dennoch: Platz für einen weiteren Angestellten wäre noch in seiner Praxis. Die Öffnungszeiten der beiden Praxis-Standorte sind umfangreich: Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, Montag, Dienstag, Donnerstag 15 bis 18 Uhr, lediglich Mittwoch von 8 bis 10 Uhr müssen sich alle Praxis-Angestellten besprechen. Alle Patientendaten laufen über einen Computer, Telefonanrufe werden durchgestellt. Hausbesuche sind nicht mehr so umfangreich möglich.

Mit seiner Kritik an der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hielt Gerhard Müller nicht hinterm Berg. Hürden würden da aufgebaut, etwa auf Verwaltungsseite. Beispielsweise verlor die Ärztin Uta Geiling mit der Aufgabe ihrer Selbstständigkeit auch die Zulassung. Ihr neuer Arbeitgeber Müller musste alles neu beantragen.

Auch die Bedarfsplanung der KV, die bundesweit erstellt werden muss, kritisierte der Obbacher Hausarzt: Als „regelversorgt“ würde der Landkreis Schweinfurt da bezeichnet, das Wort „unterversorgt“ komme im Sprachgebrauch gar nicht vor. Und durch den „Trick“, das Kreisgebiet mit der „überversorgten“ Stadt in dieser Bedarfsplanung zusammen zu legen, würde auch der Landkreis zum „überversorgten“ Gebiet. „Man kann alles schön reden“, bemängelte Müller.

Die Kassenärztliche Vereinigung müsse sich anders positionieren. Sonst blieben nur noch medizinische Versorgungszentren (MVZ). Dazu brauche man aber einen Träger (Gemeinde, Krankenhaus, Wohlfahrtsverband), der mehrere Ärzte anstellt und die Zusammenarbeit verwaltet. Aber auf dem Land seien MVZs zu klein, sie müssten mindestens einen Verwaltungsmitarbeiter tragen. In Kitzingen sei ein MVZ pleite gegangen.

Man sei in Deutschland an ein hohes Niveau in der Gesundheitsversorgung gewöhnt, schloss Müller seine Ausführungen. Aber das wolle man auch halten.

© Silvia Eidel
© Foto: Silvia Eidel
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

 
Landarzt im bürokratischen Hürdenlauf

OBBACH · Auf dem Land werden die Ärzte knapp, kaum ein junger Allgemeinmediziner lässt sich dort noch nieder. Immer mehr Patienten muss der einzelne Arzt versorgen, die Honorierung dafür ist problematisch geworden. Die Situation der Hausärzte sollen Medizinstudenten vor Ort erleben, beispielsweise in der akademischen Lehrpraxis Müller in Obbach.

Was derzeit der Medizinstudent der Uni Würzburg im zehnten Semester, Ingulf Lawrenz, bei dem Allgemeinmediziner Gerhard Müller erfährt, gibt er mit „vielschichtig, abwechslungsreich, beeindruckend" wieder. 14 Tage lang begleitet er den Arzt bei Hausbesuchen, erlebt den Sprechstunden-Alltag, nimmt Untersuchungen vor, muss selbstständig einen akut Erkrankten betreuen, verabreicht Spritzen, macht EKG oder Ultraschall, nimmt Blut ab, wertet Laborergebnisse aus oder führt Gesundheits-Checks durch.

Dieses Blockpraktikum mit abschließendem Bericht ist in der Ausbildung vorgeschrieben, einige Allgemeinmediziner haben für die Universität Würzburg den Lehrauftrag übernommen. Der Obbacher Landarzt Dr. Peter Müller hatte mit der neuen Ausbildungsrichtlinie 2003 auf eine Uni-Anfrage hin für die Gemeinschaftspraxis mit seinem jüngeren Bruder Gerhard zugesagt. Nachdem er selbst vor zwei Jahren in den Ruhestand ging, führt der 57-jährige Bruder den Auftrag alleine fort.

Dr. Peter Müller selbst nimmt noch an der Uni einen Lehrauftrag wahr, erzählt den Erstsemestern, „wie schön der Beruf des Allgemeinmediziners ist, dass es noch primär ein ärztlicher Beruf ist, dass er die Patienten über Jahrzehnte begleitet, dass man manchmal fast seelsorgerische Aufgaben übernimmt", erläutert er. Doch er verhehlt auch nicht die Probleme, die jetzt der Student Ingulf Lawrenz in der Praxis von Gerhard Müller erlebt: Lange Arbeitstage, „die nicht im wirtschaftlichen Verhältnis stehen", so der 31-jährige, und „wie die Freiheit der Behandlung durch die Bürokratie genommen wird".

Der junge Mann wird mit der neuen Regelung zur Abrechnungspraxis bei niedergelassenen Kassenärzten konfrontiert, erfährt von unternehmerischen, betriebswirtschaftlichen Erfordernissen, ein Feld, das im Studium nicht berührt wird - „keine Zeit dafür". Aktuell erlebt er, wie im benachbarten Großraum Arnstein wegen der Schließung einer Praxis 1300 Patienten einen neuen Hausarzt suchen müssen. Und auch beim Obbacher Gerhard Müller anklopfen. Doch der hat selbst schon etwa 1400 Patienten zu versorgen, mehr als das Budget hergibt. „Ich habe mein Regelleistungsvolumen schon übererfüllt", gibt der 57-jährige Mediziner den offiziellen Sprachgebrauch wieder.

Das umstrittene neue Abrechnungssystem ist für ländliche Gebiete problematisch: Grundlage der Bezahlung des Arztes ist die Zahl seiner Patienten im Vergleichsquartal 2008. Wird diese aktuell überschritten, gibt es in 2009 dafür kein Honorar. Erst in 2010, allerdings gestaffelt: bis 1300 Patienten pro Quartal 41 Euro, für weitere 150 Patienten 30 Euro, für weitere 150 dann 20 Euro, für weitere 100 Patienten zehn Euro und dann gar nichts mehr. „Selbst wenn ich einen Arzt anstellen würde, dürfte ich nur drei Prozent mehr Patienten aufnehmen", erklärt Gerhard Müller.

Dass die Behandlung rein medizinisch für ihn kein Problem ist, erfährt der Student in der Obbacher Landarztpraxis. Aber auch, dass er bei der Therapie überlegen muss: „Darf ich das Medikament verschreiben? Zahlt das die Krankenkasse des Patienten? Oder muss er aufzahlen?" Und er erlebt durchaus auch ärmliche Zustände, wenn beispielsweise eine kleine Rente ein 25 Euro teures optimales Medikament, das die Kasse aber nicht zahlt, nicht zulässt. Hürden bei der Behandlung nennt Ingulf Lawrenz diese Erfahrung, die den Beruf des Allgemeinmediziners, neben dem Zeitaufwand, in Studentenkreisen nicht besonders attraktiv erscheinen lassen.

Dass sich das Berufsbild ändern muss, ist für den Studierenden klar. Denn nicht nur die jungen Frauen, die teilweise bis zu 70 Prozent der Medizinstudenten stellen, wollen geregelte Arbeitszeiten. „Auch die Männer wollen das". Von daher sieht er in den Überlegungen, wie sie Gerhard Müller für die künftige Arztversorgung auf dem Land anstellt, auch ein Potenzial der Frauen.

Der Gedanke ist, an einem Ort eine zentrale Praxis mit allen technischen Geräten vorzuhalten und davon Dependancen zu bilden, also kleinere Niederlassungen, in denen, eventuell auch halbtags, dann einfachere Tätigkeiten wie Blutdruck messen vorgenommen werden", denkt der Arzt. „Was aber die persönliche Bindung an den Patienten minimiert", wirft der Ruheständler Peter Müller ein. Dessen Rezept für eine künftig noch mögliche Arztversorgung auf dem Land: Kostenerstattungsprinzip, Arztrechnung und Niederlassungsfreiheit.

© Silvia Eidel
© Foto: Silvia Eidel
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 

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